Wie du deine Kreativität davon abhältst, dein Leben zu ruinieren

Menschen, die selber nicht kreativ sind, wären es gerne.

Sie meinen, ihr Leben wäre dann irgendwie besser.

Oh, diese Unwissenden…  

Sie haben keine Ahnung, welcher Kampf mit Kreativität einhergeht. 

Aber als jemand der täglich mit Kreativität lebt, weißt du: Oft ist sie mehr Leid als Freud.

Kreativität steht im Zusammenhang mit dem Trait Offenheit, einem etablierten psychologisches Konstrukt. Die Offenheit dabei bezieht sich dabei auf neue Erfahrungen. 

Je offener du bist, desto leichter fällt es dir auch, dir ein Leben vorzustellen, das sich von deiner jetzigen Situation unterscheidet.

Damit sind Offenheit und Kreativität auch Grundbausteine des Lebens von Unternehmern, Künstlern und Visionären.

Kreative haben die Fähigkeit zum Querdenken. Neue Ideen zu generieren ist für sie Alltagsgeschäft.

Die dunkle Seite der Kreativität

Kreativ sein bedeutet auch in Unsicherheit zu leben.

Es kann sehr frustrierend sein, wenn du täglich deine Meinung gegenüber den banalsten Dingen änderst.

Alles steht auf der Kippe: wie sehr du deine Arbeit magst, ob du dich an deinem Wohnort wohl fühlst, oder ob deine Ernährung zu dir passt. 

An einem Tag fühlst du dich einem Projekt komplett verpflichtet und du sprühst vor Energie. Am nächsten Tag ist Alles um dich herum verwaschen und dunkel. Die Muse hat Ferien. Nichts von der Klarheit und Inspiration ist mehr übrig. 

Offenheit erhöht deinen Hang zu wankelmütigen Einschätzungen deines Lebens. 

Mit anderen Worten fehlt dir die Beständigkeit im Leben, die für die meisten Menschen einfach normal ist. 

Viel wichtiger: Du brauchst genau diese Beständigkeit, wenn du dich selbst verwirklichen willst. 

Unabhängig davon, ob du kreative Ziele verfolgst oder einen traditionellen Weg gehst.

Ohne ein gewisses Maß an Durchhaltevermögen wird’s wohl kaum klappen.

Kreativität ist deine Stärke, aber auch dein größtes Laster. Unkontrolliert hat sie das Potential, dein Leben zu ruinieren.

Die Wankelmütigkeit deines Geistes verbraucht extrem viel Energie.

Die sich ständigen Visionen einer besseren Zukunft übernehmen leicht die Kontrolle über deinen Alltag. 

Wenn du nicht lernst, produktiv mit deiner Kreativität umzugehen, dann erreichst du unter Umständen niemals dein Potential—selbst wenn du ein kreatives Genie bist.

Hier erkläre ich dir genau, was du tun kannst, um volle Kontrolle über deine kreativen Triebe zu erlangen und sie zu deinem Verbündeten zu machen. 

Kreativität Kontrollieren Lernen

Stabilität kann nur existieren, wenn eine Vielzahl von Variablen in deinem Leben konstant sind. Eine konstante Wohnsituation ist ein guter Start. Genauso wie eine tägliche Routine. 

Psychologen wissen schon lange, dass Tagesstruktur absolut essentiell ist, wenn wir mehr Ruhe in unser Leben bringen wollen.

Deswegen werden Patienten der Psychiatrie zunächst in einen sehr strukturierten Tagesablauf hinein gezwungen. Sie müssen beispielsweise jeden morgen bei einer sog. Morgenrunde anwesend sein. 

Da passiert nichts besonderes, aber zumindest passiert etwas. Und zwar immer zur selben Zeit—jeden Tag.

Je mehr Routine dein Tag hat, desto weniger Raum bleibt für neurotisches Verhalten und kreative Selbstzweifel. 

Deswegen ist ein strukturierter Tagesablauf der erste Schritt, um deine Kreativität zu einem Werkzeug für deinen Erfolg zu machen.

Routine ist der Schlüssel zum produktiven Umgang mit deinen Fähigkeiten. 

Diese Routine gibt dir ein Fundament, dass schon einmal die störende Faktoren in deinem Lebens (d.h deine impulsiven Gedanken und Verhalten) ausschaltet.

Je mehr Routine dein Tag hat, desto weniger Raum bleibt für neurotisches Verhalten und kreative Selbstzweifel. 

Aber selbst dann bist du der Achterbahnfahrt deiner Wahrnehmung noch weitgehend ausgeliefert. 

An einem Tag fühlst du dich einem Projekt komplett verpflichtet und du sprühst vor Energie. Am nächsten Tag ist Alles um dich herum verwaschen und dunkel. Die Muse hat Ferien. Nichts von der Klarheit und Inspiration ist mehr übrig. 

Und das passiert dir tagtäglich. Das ist dein Leben. Das Leben der Kreativen.

Aber was hilft das Gejammer!

Wir brauchen eine Lösung. Oder zumindest eine Methode, die unsere Symptome lindert. 

Ein Werkzeug, dass dir dabei hilft im täglichen Kampf mit deinem inneren Wirbelsturm die Oberhand zu behalten. Eine Rettungsleine, die sich durch dein Leben zieht. 

Einen Anker, der dein Schiff auch bei hoher See stabilisiert.

Was kann dieser Anker sein?

Gleich verrate ich dir es.

Ich will dir jedoch kurz ein Geständnis machen.

Überraschung, Ich bin ein Insider!

Der Grund warum ich das Muster so genau beschreiben kann, sollte dir jetzt klar sein: Ich leide selbst unter dieser erdrückenden Zirkusvorstellung von Gedanken und Bildern im Kopf.

Ich weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn du morgens aufwachst und es ist, als seist du plötzlich in einem anderen Körper. Wo ist die getroffene Entscheidung vom Vortag jetzt? 

Wieso ist mein Interesse an dieser Sache auf einmal verschwunden?

Und woher kommt jetzt diese Verachtung die, plötzlich den Platz meiner fantastischen eingenommen hat. Ah, ja. Mal wieder 180 Grad-Wendung in meinem Kopf.

Das permanente Problem meines Lebens ist diese verdammte Impermanenz. Dieses ständige Verlust meiner eigenen Identität.

Wie oft musste ich schon erkennen: schon wieder unterliege ich meinen Gefühlen. 

Ich habe alles mögliche ausprobiert, aber nur eine Sache scheint tatsächlich gegen die tägliche Achterbahnfahrt zu helfen…

Commitment gegen das Chaos

Meiner Erfahrung nach funktioniert nur eine Sache: Commitment. 

Du brauchst ein starkes Commitment gegenüber dir Selbst. Aber noch besser eins gegenüber der Öffentlichkeit.

Denk einmal über folgendes Statement nach: Im Bezug auf kreativen Erfolg, bist du dir selbst dein größter Feind. 

Nur du stehst zwischen dir und deinem Erfolg. Besonders wenn ,,du”  endlos viele Formen annimmst. 

Stell dir einmal folgendes vor.

Du befindest dich auf einer Kegelbahn. 

Aber es ist keine normale Kegelbahn…

Heute spielst du auf einer endlosen Fläche, die sich in alle Himmelsrichtungen ausstreckt!

Dein Ziel ist es, auf diese endlosen Kegelbahn ein paar Kegel zu treffen, die im gewohnten Abstand aufgebaut wurden. 

Wie schätzt du deine Erfolgswahrscheinlichkeit ein?

Kegelst du besser in der endlosen Weite? Oder auf einer traditionellen Kegelbahn, bei der, naja: eine ganz normale Bahn eben…

Die traditionelle Kegelbahn schickt ganz entspannt deine Kugeln zurück, wenn du daneben kegelst.

In der endlosen Weite verschwindet deine Kugel einfach. 

Genau so ist es, wenn du als Kreativer versuchst, deine Ziele ohne Commitment zu erreichen.

Dann kegelst du deine Energie hinaus in die Unendlichkeit. Und schlimmer noch: deine Kugel kommt niemals zurück. 

Ohne jegliche Art von Referenzrahmen ist es sehr viel schwieriger, die Kegel zu erwischen. Du bist orientierungslos.

Aus genau diesem Grund brauchst du Commitment in deinem Leben.

Dein Commitment ist wie eine reguläre Kegelbahn.

  • Es gibt die genaue Richtung deiner Aktionen vor. Commitment zwingt dich in eine vorgefertigte Bahn hinein. 
  • Innerhalb dieser Struktur steht es dir frei, deine Kreativität herrschen zu lassen. (Gib der Kugel einen Drall. Oder wirf die Kugel mit Verbundenen Augen. Sogar ein Wurf durch deine Beine ist erlaubt!)
  • Aber die Kegelbahn verändert sich nicht. Die Struktur an sich ist seit dem Commitment festgelegt.
  • Damit ist sie auch nicht länger unter deiner Kontrolle–zumindest bis du die Struktur an sich bewusst hinterfragst.

Wenn du es nicht schafft, eine leitende Struktur um deine Kreativität herum zu bauen, dann verschießt du dein Pulver.

Stattdessen stehst du am Ende ohne Erfolge da, aber mit ganz vielen halb-umgesetzten Ideen. 

Hier sind ein ein paar Schritte, die du direkt anwenden kannst, damit dir genau das nicht passiert. 

Wenn du es schafft, diesen Prozess in deinem Leben umzusetzen, dann erhöhst du drastisch die Wahrscheinlichkeit, alle Kegel auf einmal umzuhauen.

Kreatives Commitment: Eine Anleitung

1) Der Moment von Klarheit

Warte auf einen Moment von Klarheit. Nur wenn du in einer neutralen Stimmung und mal komplett bei der Sache bist, solltest du überhaupt daran denken, irgendeine Art von Commitment zu machen.

Du willst also weder in einer bedrückten Stimmung, noch in einem künstlichen Hype sein, wenn du dich der Zukunft verpflichtet.

2) Imperfektes Commitment mit Erfolgsgarantie

Wenn du einen klaren Geist hast, finde das Commitment, was dich sicher in eine produktive Richtung lenkt. 

Je wankelmütiger du normalerweise bist bist, desto eher werden dir viele Alternativen zu deine Wahl einfallen.

Wichtig ist deswegen, dass du objektiv sicher bist, dass dein Commitment sinnvoll ist–selbst in Momenten, wenn du viel lieber etwas Anderes tun wollen würdest. 

Es muss nicht das perfekte Commitment sein. Wenn du in Form kommen willst, dann gibt es natürlich unendlich viele Wege, dein Ziel zu erreichen.

Aber es ist geradezu unmöglich, dass du bei fünf Mal Krafttraining pro Woche nach einem Jahr immer noch nicht in Form bist.

Und du wirst garantiert fitter, als wenn du die ersten drei Monate damit verbringst, den perfekten Trainingsplan zu suchen.

3) Bestimmte den Zeitraum

Gib deinem Commitment zu einem Projekt einen bestimmten Zeitrahmen.

Sei so spezifisch wie möglich.

Wenn du es kannst, definiere exakt, wie viel Zeit du wann in das Projekt stecken wirst und warum.

Schreibe alles auf, was dir in deinem Moment von Klarheit dazu einfällt.

Dann erzählst du am besten den Personen davon, mit denen du am meisten zu tun hast.

Je mehr Leute von deinem Commitment wissen, desto schwieriger wird es für dich, den Rückwärtsgang einzulegen.

4) Notfallplan gegen Wankelmut

Akzeptiere schon wenn du dein Commitment machst, dass du wahrscheinlich schon bald wieder etwas anderes tun willst.

Bereite dich auf diesen Moment vor. Sei dir bewusst, dass er kommen wird–sei es früher oder später. 

Plane genau, was du tun wirst, wenn die Wankelmütigkeit dich einmal wieder überwältigt.

Bereite schon einmal den Notfallplan vor. Was machst du, wenn du dir plötzlich sicher bist, komplett auf dem falschen Dampfer zu sein?

Hast du eine 24-Stunden-Regel, nach der du nichts unüberlegtes tun darfst, bis du mindestens eine Nacht drüber geschlafen hast?

Kreativität als Stärke

Wenn du diese Schritte verfolgt, dann erhöht sich mit sofortiger Wirkung die Wahrscheinlichkeit, dass dir deine Kreativität nicht mehr in die Quere kommt.

Sie verwandelt sich von Feind zu Freund. 

Dann erlebst du nicht mehr die chaotische Wirkung von Kreativität, sonder kannst sie innerhalb deines Projektes einschränken und zum Erreichen deiner Ziele nutzen.

Nur Kreativität in einem Rahmen erlaubt ein schönes Bild. 

Innerhalb deines Commitments, kannst du deiner Kreativität und Offenheit freie Zügel lassen. Solange das Projekt an sich nicht in Frage gestellt wird.

Kreativität ist eine Stärke, die du unbedingt unter deine Kontrolle bringen muss.

Hier ist etwas, das du direkt tun kannst, um dich für dein nächstes Commitment vorzubereiten:

Wie du dich erinnerst, sollte ein Commitment nur in einem Moment von Klarheit gegeben werden.

Aber du hast bereits jetzt die Möglichkeit, Informationen zu sammeln, die für dein nächstes Commitment wichtig sein werden.

Beginne jetzt damit, dir Notizen über mögliche Projekte zu machen.

Denke darüber nach, was dich wirklich weiterbringen würde–ganz entspannt und ohne Entscheidungsdruck.

Jetzt geht es erst einmal darum, Idee zu sammeln. Jetzt hast du Zeit, die Dinge in deinem Kopf herum zu wälzen.

Was könnte dein nächstes Projekt werden? Warum? Was könntest du daraus gewinnen? Was spricht gegen das Projekt? Was musst du beachten? Was sind deine Opportunitätskosten?

Fange jetzt damit an, zu sammeln, damit du bereit für ein Commitment bist, sobald dein Moment von Klarheit kommt.