Selbstvertrauen steigern (für immer!)

Ich weiß noch genau, wie in meinem Leben mit 14 Jahren zum ersten Mal das Thema Selbstvertrauen aufkam. 

Oft beschäftigen wir uns ja erst mit einem Thema, wenn und der Leidensdruck dazu veranlasst.

Mein Problem war damals: Ich war schüchtern. Ich hatte Freunde, aber jedes Mal wenn es darum ging, neue Leute kennenzulernen, war ich plötzlich wie paralysiert. Da ging gar nichts mehr. Ich wusste dann nichtmehr genau, was ich sagen sollte, hatte Angst, dass ich nicht cool genug rüberkomme. 

Dann kam das Internet (Ja, so alt bin ich schon!) und eine neue Welt eröffnete sich mir. In den nächsten Jahren konsumierte ich Alles, was ich zum Thema selbstvertrauen gefunden habe. 

Hier teile ich jene Dinge mir dir, die wirklich funktioniert haben.

Was ist bedeutet Selbstvertrauen?

Selbstvertrauen heißt, auf sich selbst zu vertrauen. Irgendwo offensichtlich. Der größte Fehler, den die meisten Menschen machen, wenn sie versuchen, ihr Selbstvertrauen zu steigern ist dieser: Sie glauben, dass sie irgendetwas machen müssen. Sie glauben, dass etwas geschehen muss, damit sie sich selbst vertrauen dürfen. 

Aber was ist überhaupt Vertrauen? Was bedeutet das? 

Vertrauen bedeutet, dass du daran glaubst, dass sich jemand sich jemand gemäß deiner Erwartungen verhält. Du hast genug informationen über diese Person gesammelt, um dir sicher zu sein,  wer diese Person ist. 

Es ist extrem leicht deinen Elter zu vertrauen, weil sie dein ganzes Leben für dich da waren. Immer und immer wieder waren sie für dich da. Deswegen vertraust du ihnen jetzt blind. 

Vertrauen baut sich also über längere Zeit auf.

Natürlich kann man auch schnell Vertrauen mit einer Person aufbauen. Das passiert oft, wenn du mit jemandem eine Beziehung beginnst. Vor kurzem kanntet ihr euch nicht und jetzt vertraust du ihnen plötzlich mit einem extrem wertvollen gut: deinen Gefühlen. 

Aber was ist jetzt Selbstvertrauen genau?

Selbst-Vertrauen ist das Vertrauen auf dein eigenes Verhalten und  deine Fähigkeiten. Selbst-vertrauen ist genau so wie Vertrauen auf Andere. Der einzige Unterschied ist, dass es sich auf dich selbst bezieht.

Selbst-Vertrauen wird demnach auch auf die selbe Art aufgebaut, wie Vertrauen auf Andere. 

Wenn du dein Selbstvertrauen steigern willst, musst du dir selber Vertrauen schenken.

Viele Leute denken, dass sie ihre Schüchternheit durch irgendwelche Tricks oder Supertechniken überwinden können, aber das ist nicht der Fall.

Stell dir mal einen typischen Moment vor, in dem du dir mehr Selbstvertrauen wünscht.

Vielleicht stehst vor einer attraktiven Person und würdest gerne ein Gespräch beginnen. Oder zu wartetest zitternd, bis du an der Reihe bist, eine Präsentation zu halten. Oder vielleicht musst du jemanden mit einem konfliktgeladenen Thema konfrontieren.

In diesem Moment hättest du gerne mehr Selbstvertrauen. Du würdest gerne diese Unruhe in deinem inneren loswerden. Diese Unsicherheit, die die Frage aufwirft: Kannst du das?

Aber hier ist der riesige Denkfehler, den viele schüchterne Leute machen:

Du denkst, dass dir das nötige Selbstvertrauen fehlt, um die Situation zu meistern.

Aber erinnere dich daran, was Selbstvertrauen bedeutet. Es ist das Vertrauen auf dich selbst.

Wie wächst Vertrauen? In dem du Vertrauen schenkst.

Dir fehlt also nicht Selbstvertrauen, sondern die Fähigkeit, dir selber Vertrauen zu schenken. 

Vertrauen wächst dadurch, dass du es schenkst.

  • Wenn du schon hunderte Male mit einer attraktiven Person ein Gespräch begonnen hättest, dann wäre in dieser Situation auch Selbstvertrauen.
  • Wenn du regelmässig vor Leuten sprechen würden, dann wäre da auch schon das Vertrauen für dich und deine Fähigkeiten.
  • Wenn du es zu einer Gewohnheit gemacht hättest, Konflikte mit Anderen zu lösen, dann hättest du Vertrauen, dass du es in dieser Situation wieder tun könntest.

Selbstvertrauen basiert auf deiner Erfolgsbilanz der Vergangenheit. Es ist eine Art Leistungsnachweis. Jedes Mal wenn du eine Herausforderung überwindest, bekommst du einen kleinen Sticker von deiner Psyche: 

Dieser Sticker sagt: Du schaffst das. Diese Herausforderung ist kein Problem für dich.

Selbstvertrauen ist wie das Problem von der Henne und dem Ei. Was war zuerst da? 

Brauchst du Selbstvertrauen, um etwas Schwieriges zu tun? Oder musst du schwierige Dinge tun, um dein Selbstvertrauen zu steigern?

Beides ist wahr. Aber nur einer dieser beiden Sätze erlaubt es dir, proaktiv zu werden. Nur einer kann dir in deiner Situation helfen. 

Du muss schwierige Dinge tun, um dein Selbstvertrauen zu steigern. 

Wenn du also vor einer Herausforderung stehst, einem attraktiven Menschen, einer Menge Zuhörern oder einem Konflikt, dann hast du die möglichkeit etwas Schwieriges zu tun. 

Wenn du jetzt etwas Schwieriges tust, dann trägt das zu deinem Selbstvertrauen in der Zukunft bei.

Unsicherheit Jetzt, Selbstvertrauen Später

Mit anderen Worten musst du in der Lage sein, dass Unwohlsein im Jetzt zu akzeptieren, damit du dich in der Zukunft weniger unwohl fühlst.

Du muss dir für diesen moment selbst Vertrauen, obwohl du keine Erfolgsbilanz hast. Genau so wie du deinem neuen Freund oder Freundin vertraust, obwohl du sie erst seit zwei Monaten kennst.

Vertrauen wächst, wenn du es schenkst.

Du machst einen Fehler, wenn du nach Tipps suchst, um dein Selbstvertrauen zu steigern bevor du irgendetwas tun kannst, das dir Angst macht.

Die Angst ist lediglich ein Symptom deines fehlendes Leistungsnachweises in diesem Lebensbereich.

Woher würde dein Selbstvertrauen auch kommen, wenn du etwas noch nicht oft genug getan hast? Würdest du einem wildfremden Menschen vertrauen?

Der einzige Weg, dein Selbstvertrauen zu steigern ist deswegen Folgender…

3 Schritte zum Selbstvertrauen

1) Wenn du vor einer einschüchternden Situation stehst, erinnere dich daran, dass diese Situation neu ist. Deswegen ist es komplett logisch, dass du dich unsicher fühlst.

2) Erinnere dich daran, dass Vertrauen wächst, wenn man es schenkst. Die einzige Technik, die dein eigenes Selbstvertrauen steigernt ist demnach, wenn du dir selbst Vertrauen schenkst–und zwar im Jetzt. 

3) Akzeptiere, das die Definition von Vertrauen beinhaltet, dass du dich verletzlich machst. Wenn du anderen dein Vertrauen schenkst, dann machst du dich gegenüber ihnen verletzlich. Wenn du dir selbst Vertrauen schenkst, dann machst du dich in diesem Moment ebenfalls verletzlich. 

Diese Verletzlichkeit ist nötig und Teil des Prozesses. 

Wenn du das ein paar Mal gemacht hast, beginnst du Folgendes zu verstehen: Nichts Schlimmes passiert in Situationen dieser Art. 

Du hast dir selber Vertrauen geschenkt und bist unbeschadet aus der Situation gekommen.

Wenn Nichts Passiert

Selbst wenn diese attraktive Person nichts mit dir zu tun haben wollte, die Präsentation vor der Gruppe nicht unbedingt deine Beste war, oder die Konfliktlösung schwieriger war als du dachtest, hast du eine Sache gelernt. 

Du hast es überlebt. Was auch immer passiert ist, es verändert weder wer du bist, noch wie du dich auf längere Sicht fühlst.

Diese Einsicht bringt dir Selbstvertrauen. Du bekommst einen Sticker von deiner Psyche. Du lernst, dass es keine langfristigen negativen Konsequenzen gibt, sich unangenehmen Situationen auszusetzen.

Natürlich kann genau so gut alles extrem gut laufen: Du lernst deinen Traumpartner kennen, bekommst eine Beförderung oder lößt den Konflikt spielend leicht. 

Dann hast du eben ein Erfolgserlebnis. Auch dieses gibt dir natürlich Selbstvertrauen. Es zeigt dir, dass es positive Konsequenzen für dein Verhalten gibt, von denen du natürlich gerne mehrere erleben möchtest.

Es ist einfach, dein Selbstvertrauen zu steigern. Mach es nicht unnötig kompiziert. Hör auf nach der Lösung für dein Gefühl von Unsicherheit zu suchen. 

Die einzige Lösung ist diese: die Unsicherheit zu konfrontieren. 

Wenn du Selbstvertrauen haben möchtest, musst du es dir selber schenken.