Persönliche Und Soziale Konsistenz: Wenn Du Jeden Tag Als Jemand Anderes Aufwachst

Es ist selten, dass wir eimal als die genau die selbe Person aufwachen, die wir gestern waren.

Oft passieren so viele Dinge, die uns während eines Tages beeinflussen, dass wir es am nächsten mit einer komplett neuen Persönlichkeit zu tun haben.

Je mehr in uns passiert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass wir morgen noch die Selbe sind. Und wie könnten wir? Jedes Wort, jeder Gedanke, jeder noch so kleine Austausch mit einem anderen Menschen hinterlässt seine Spuren.

Weshalb ist es uns also immer noch so ein Bedürfnis, vor anderen den Eindruck von Regelmäßigkeit zu machen?

Konsistenz Als Wert

Das Bedürfnis nach Konsistenz ist eines unserer stärksten Triebe und es bezieht sich sowohl auf unsere innere Welt, als auch auf die Wahrnehmung unserer Mitmenschen. 

Konsistenz ist eine derart starke Kraft, dass sie sogar von Werbefirmen genutzt wir, um uns zu längerfristigen Kunden zu machen. Diese Firmen wissen, dass sobald sie uns einmal durch ein anfängliches Angebot zum Beispiel in Form einer kostenlose SIM-Karte eingefangen haben, wir oft bei ihnen bleiben, einfach weil wir uns an den Service gewöhnen, und ihn als einen Teil von uns betrachten. 

Mit anderen Worten ist da eine Kraft, die uns an das bindet, für das wir uns einmal entschieden haben. 

Warum sonst bleiben Menschen in Beziehungen mit denen sie “eigentlich ganz zufrieden sind,” wenn ihnen doch klar sein müsste, dass es besser sein könnte?

Konsistenz Bringt Sicherheit

Wir lieben Konsistenz in unserem eigenen Verhalten, den nur dann fühlen wir uns sicher. Das liegt daran, dass wir die Dinge gerne in Schubladen stecken. Es ist schön, aufzuwachen, und zu wissen, wer man genau ist. 

Die Alternative wäre, sich jeden Tag von neuem auszudenken, welche Identität einem gerade passt. Wer das tut, bringt es wahrscheinlich zu nichts. Es sei denn als Künstler.

Gleichzeitig sind wir uns dessen bewusst, dass Andere uns für unsere Konsistenz oder ein Fehlen von Konsistenz beurteilen.

Niemand mag Leute, die nicht zu ihrem Wort stehen. Und ebenso wenig wollen wir uns mit einem Freund verabreden, um dann herauszufinden, dass sie heute jemand komplett anderes sind, als beim letzten Treffen.

In diesem Sinne ist Konsistent auch ein soziales Bedürfnis, eine Art Kleber, der die Gesellschaft beisammen hält. Auf wen nicht verlass ist, der kann auch nicht Teil der Gruppe sein. Wie viele unserer Eigenschaften hat auch unser Konsistenzbewusstsein sich über viele Jahrtausende von Evolution entwickelt. Und jetzt haben wir den Salat. 

Wenn ich heute A bin, dann kann ich mich doch nicht morgen einfach als B fühlen. Manche Menschen glauben, dass ist möglich. Sie meinen, dass sogar etwas wie Geschlecht von Tag zu Tag unterschiedlich gelebt werden kann. 

Fehlende Konsistenz Und Ihre Folgen

Was ist wenn ich einfach täglich meine Meinung im Bezug darauf umwerfe, was ich mit meinem Leben machen will? 

Was wenn mein Laster darin besteht, dass ich zu viele Ideen habe, zu viele Mögliche Identitäten, die mir alle ähnlich reizend scheinen? 

Eins ist klar. Ich kann nicht heute Feuerwehrmann sein und morgen bei der Bank arbeiten. Ich könnte es versuchen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ich am Ende des Tages ein Mittelmässiger Feuerwehrmann bin und bei der Bank nur alte Sparbücher abstempeln darf. 

Wenn wir es also mit zwei großen Plänen zu tun haben, ist es unwahrscheinlich, dass wir beide Erreichen. Wir können also nie alle Aspekte unserer Persönlichkeit realisieren. Eine Tagesform ist demnach keine Grundlage für einen Lebensweg. 

Ist es vielleicht deshalb, dass die wir Leute verachten, die sich bei allem unsicher sind? 

Du Kannst Nicht Alles Haben

Um beim brändelöschenden Bankkaufmann zu bleiben wäre es in diesem spezifischen Beispiel sogar theoretisch möglich, beides zu sein. Wenn wir es wirklich wollen, können wir zumindest nach der Arbeit einem Hobby bei der freiwilligen Feuerwehr nachgehen. 

Die Doppelte Verwirklichung ist also—zumindest in diesem Fall—möglich. 

Aber wenn wir auch nur noch einen weiteren Traum hinzunehmen, dann scheitert das Projekt alleine schon an den begrenzten Stunden, die ein Jeder in seinem Leben zu Verfügung hat. Die Zeit setzt hier die Grenze.

Die Zeit macht ebenfalls deutlich, warum es weder in unserem eigenen Interesse ist, noch in dem der Gesellschaft als Ganzes, dass wir allen unseren Wünschen nachgehen.

Wenn du versucht alles zu haben, dann endest zu am Ende mit ziemlich wenig.

Bestrafung Der Sprunghaftigkeit

Es ist uns einfach nicht möglich, zeitlich und energetisch, eine größere Menge von Zielen zu erreichen, die sich in ihrer Art zu sehr von einander zu unterscheiden. Es sagt also niemand grundlos, dass du nicht Trapezkünstler und Fussballspieler werden kannst.

Wir können nicht mehr als eine Aktivität jeder Art auf einem hohen Level zu praktizieren. Wenn du es dennoch versuchsts, wirst du bestraft.

Du wirst von der Gesellschaft bestraft, die jeweils einem Top-Fussballspieler und Trapezkünstler mehr Bewunderung zu Tage kommen lässt als einem mittelmässigen Fussballer, der sich aber auch ganz gut am Trapez macht. (Auch finanziell, wäre es wohl sinvoller für eine Tätigkeit zu entscheiden, wobei hier Fussballspielen ganz klar die bessere Wahl wäre, wenn du einmal groß rauskommen möchtest.)

Aber du bestrafst dich auch selber, wenn du in nichts wirklich gut wirst, aber ganz viele Sachen ein bisschen kannst.

Die Befriedigung, die wir aus Aktivitäten ziehen, die Bestätigung die wir erfahren, wenn wir wirklich etwas können, wird zu einer höheren Wahrscheinlichkeit erreicht, wenn wir uns auf eine Sache konzentrieren.

Wenn du nicht gerade das Glück hast, deine generalistische Verankerung als CEO ausleben zu dürfen, der zufälligerweise genau deine Fähigkeiten braucht (Ein Zirkus, der auf Fussballtricks spezialisiert ist, zum Beispiel), dann ist ein Leben, wo wir sprichwörtlich an einem Ball bleiben tendenziell das erfolgreichere, vielleicht sogar das Befriedigendere.

Aus Dem Leben Eine Taugenichts

Was hat all dies jetzt mit uns Tagträumern zu tun, die jeden Morgen aufwachen und eigentlich wieder ein neues Projekt im Kopf haben?

Es ist schön, so voller Ideen zu sein, fast zu Platzen aufgrund der ständigen Visionen, die uns immer wieder heimsuchen.

Aber vielleicht sind all diese Ideen besser aufgehoben, wenn sie unter einem größeren Ziel vereinbart werden. Sobald der grobe Kurs einmal entschieden ist, gibt es genug Raum noch hin und her zu navigieren. 

Dennoch ist es womöglich eine sehr gute Idee, sich von einigen der eigenen Pläne ein und für alle mal loszusagen.

Einfach einzusehen, dass man sie eh niemals beginnen wird, auch wenn man noch so gerne darüber nachdenkt, wie es sein könnte, wenn man sich noch in XY versucht.

Was wäre, wenn man seiner Kreativität in diesem Sinne eine Grenze setzen würde? Was wäre, wenn wir uns morgen nicht mehr erlauben, in dem anderen Traum, dem vom Bankkaufmann sein, zu schwelgen.

Dann bliebe nur noch die Feuerwehr übrig. Und dennoch wäre da noch genug Potentiall, verschiedene Wege zu gehen, Ideen zu haben und Träume zu hegen.

In welcher Stadt? Vielleicht doch irgenein Spezialfeuerwehrmann?

Die Suche Nach Konsistenz

Vielleicht bleibt ja jetzt die Energie dafür, wirklich ein richtig guter Feuerwehrman zu bleiben, sich der Vision so ganz zu verschreiben als das es unmöglich ist, dass der Wunsch nicht in Erfüllung geht.

Vielleicht ist es ja deshalb, dass wir Konsistenz suchen und indirekt auch andere dazu zwingen, dem Weg der Konsistenz zu Folgen. Wir wissen ganz einfach, dass dieser Weg zum Erfolg führt.

Vielleicht wissen wir ja, dass nur die, die sich irgenwann wirklich für eine Richtung entscheiden, es jemals zu entwas bringen können. Wir wollen und ehren jene, die es zu etwas bringen.

Wir wünschen uns Menschen, die in ihrem individuellen Feld richtig gut sind, vielleicht sogar die Welt ein Stückchen verändern.

Vielleicht wollen wir ja Gewinner, die konsistent ihrer Linie folgen und alle ihre schweifenden Gedanken verwenden um in ihrer Linie Forschritt zu erziehlen.

Vielleicht wollen wir das ja mehr, als eine Horde Tagträumer, die jeden Morgen aufwachen, und jemand anderes sein wollen!

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