Was ist Besser? Content Für Den Englischen Oder Den Deutschen Markt

Wir leben in einer immer enger verbundenen Welt. Unabhängig, davon, ob auf Malta oder in Schweden lebst, kannst du in Deutschland studieren, arbeiten und Kontakte pflegen. In diesem Sinne sind wird ortsunabhängig. 

Gleichzeitig besteht ein großer Teil unsere Netzwerks heutzutage aus Internationalen, jenen Menschen, die wir irgendwann man während irgendeiner Reise, Austausch oder bei Tinder kennengelernt haben. In diesem Sinne sind wir ebenso sprachunabhängig. 

Als bei unseren Großeltern die Entscheidung anstand, sich für einen Beruf zu Entscheiden, waren viele Fragen irrelevant, die heute eine Rolle spielen. Aber jetzt gibt es Möglichkeiten. Und  damit auch mehr Fragen

Die ist besonders dann der Fall, wenn du dein eigenes Ding machen willst. Dann gibt es nämlich keine Unternehmensstruktur, dir dir vorschreibt, in welchem Sprachraum du dich befindest.

Unabhängig davon, ob du Freelancer sein willst, Musik machst oder Texte schreibst, hast du heute also du die Möglichkeit, entweder den internationalen oder den lokalen Markt zu bedienen. Wichtig ist nur, dass du proaktiv einen Markt bedienst. Besonders wenn du nicht so gut bist, dass dir Leute einfach Geld hinterherwerfen. 

Weil du in vielerlei Hinsicht als Creative orts- und sprachunabhängig bist ist eine der großen Fragen also auch die nach dem Wohnort.

  • Wo will willst du leben? 
  • Willst du deine Energie auf Deutschland fokussieren und demnach deine Inhalte auf Deutsch gestalten, oder wagst du den Schritt in den Englischen Markt. Und warum überhaupt? 
  • Welche Vorteile hätte es, sich für das Eine und gegen das Andere zu Entscheiden?

Eine solche Entscheidung ist natürlich individuell. Die Folgende Aspekte sollten wir auf jeden Fall beachten, bevor wir uns auf einen Markt festlegen. 

Wie Steht Deine Tätigkeit Im Verhältnis Zum Markt? 

Wenn du ein Schreiner bist, der in Deutschland lebt und auch bleiben will, dann bringt es dir nicht wirklich etwas, einen englischen Schreiner-Podcast zu starten. Dann ist und bleibt die zusätzliche Exposure, höchstens ein Ego-Boost, im Ende zu nichts führt.

Allgemein gibt es also keinen guten Grund sich auf andere nicht-deutsche Märkte zu konzentrieren, wenn du in Deutschland lebst, deine Arbeit hier verrichtest und eigentlich nicht planst, jemals umzuziehen. 

Eine Ausnahme ist natürlich, wenn du in einem Feld unterwegs bist, dass an und für sich sich international ausgerichtet ist. 

Ein Programmierer wird immer zumindest teilweise in die englischsprachige Welt eingebettet bleiben. Weiterhin ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du im Austausch mit deinen Kollegen Englisch sprichst. 

Wenn du freiberuflich tätig bist, dann hast du wohlmöglich sogar internationale Kunden. 

In dieser spezifischen Situation muss nicht unbedingt aktiv eine Entscheidung getroffen werden. Schließlich kann du sowohl internationale, als you lokale Aufträge annehmen. 

Dennoch könnte es für dich sinnvoll sein, deine vertrieblichen Bemühungen klar in eine Richtung zu lenken. 

Wenn du jedoch nicht an einen Sprachraum gebunden bist weil du zum Beispiel komplett selbstständig entscheiden kannst, in welchem Land du dich als Musiker, Schriftsteller, oder Podcaster aufhältst, hast du mehr Entscheidungsspielraum.

Dann geht es in erster Linie darum, wie deine Entscheidung für einen Markt am besten mit deinem idealen Lebensstil zusammenpasst.

Wenn du nicht in Deutschland leben willst, macht es vielleicht Sinn, deine Arbeit auf den Englischen Markt zu fokussieren. Nur das erlaubt dir eventuell lokal (an deinem neuen Wohnort) mit dem Markt zu interagieren, also Projekte vor Ort zu starten. Sonst riskierst du ein Leben in einer Art professionellen Blase, in der du keinen Kontakt zu deiner lokalen Welt hast. Du wirkst dann ausschließlich über das Internet, isoliert von deinem tatsächlichen Umfeld. Der typische Expat eben.

Wenn du, auf der anderen Seite an den deutschen Markt gebunden bist, dann wirst du wahrscheinlich nach Deutschland reisen müssen, falls du einmal etwas im direkten Kontakt mit deinen Kunden organisieren möchtest. (Es sei denn deine Indonesischen Nachbarn auf Java fahren extrem auf deinen Deutschrock ab.) 

Gleichzeitig gibt es natürlich viele Tätigkeiten, die im Grunde nie direkten Kontakt voraussetzen. 

Wir müssen uns also fragen, ob direkter Kundenkontakt Teil deines Lebens sein soll. Das Problem ist, du musst diese Entscheidung nicht nur für den Moment, sondern auch für die ferne Zukunft treffen. Wenn du einmal damit begonnen hast, Internetseiten für katalanisch-sprechende Muschelketten-Verkäufer in Barcelona zu bauen ist es mühsamer, auf einmal Großunternehmen in Deutschland für dich zu gewinnen. 

Aber vielleicht entscheidest du dich ja auch bewusst für ein Leben, wo du mit so wenig Leuten wie möglich interagieren musst. (Warum wird man sonst Programmierer oder schreibt?) 

Das Internet macht all dies Möglich.

Aber betrachten wir die Sache noch einmal von einer anderen Perspektive, nämlich im Bezug auf deine Beziehung mit sowie deinen objektiven Fähigkeiten in der Sprache deiner Wahl. 

Ich weiß nicht wie es dir geht, aber wenn ich mir einen Podcast im Akzept anhöre, dann schalte ich meistens ab (Ausnahme: Eine Österreichische Frauenstimme). Mir geht es darum, Ideen schnell zu verarbeiten und da kann ich keine Undeutlichkeit gebrauchen. 

Effektivität im Markt

Dir stellt sich nun also auch die Frage, ob du deine Arbeit effektiv in dem Markt, für den du dich entscheidest, verrichten kannst. 

Dein Einkommen ist in erster Linie an den Wert gebunden, den du produzierst. 

Produzierst du nun mehr Wert, wenn du auf Deutsch singst oder schreibst, oder wenn du deine Ideen auf Englisch verpackst? Wo hast du den größeren Hebel? 

Wenn wir mehr esoterische Einwände ignorieren, dann ist diese Entscheidung letztendlich eine marktwirtschaftliche. 

Es ist nicht cooler irgendwann auf Englisch zu machen, weil heute eben vieles auf Englisch ist. 

Wenn dich zu den 95 Prozent aller Deutschen zählst, bei denen man schon beim ersten englischen Wort, das deinen Mund verlässt, weiß, wo du herkommst, dann ist es vielleicht besser keine Youtube-videos auf Englisch zu machen. (Ausnahme: Du redest über Gucci-Taschen. Dann ist es eh egal, was du sagst.) 

Wenn du aber über technische Themen redet, dann könnte dein deutscher Akzent dir Steine in den Weg legen. Denk einfach an das letzte Mal als du mit einem Kundendienstmitarbeiters telefoniert hast, der offensichtlich in irgendeinem Call Center in Bombay saß.

Natürlich kann man auch argumentieren, dass du deinen deutschen Akzent in ein Gimmick verwandeln könntest. 

Diese Idee mag besonders verlockend sein, wenn du z.B. Eisenbahntechniker bist und den Aspekt von deutschen Qualitätsarbeit zu unterstreichen versuchst, während du auf Montage in den vereinigten Staaten bist: ,,Yes, yes, the schiene must lie flät on ze kround! NEINNEINEIN! moorrr flät!”

Ansonsten lässt du es vielleicht lieber. 

Es ist unwahrscheinlich, dass du und ich dasselbe Glück wie Arnold Schwarzenegger haben werden und unser Akzent vorteilhaft zu unserem Gesamt-Scharm beiträgt. 

Er hat damals eine Nische gefunden, die genau Raum für eine Person hatte: dicker Bizeps und barbarischer Akzent. (Es gibt auch hier eine Ausnahme: Du bist Fitness-Youtuber und bringst dem englischen Markt ,,ze German zekrets of badibilding.’’)

Ebenfalls interessant wäre auch, ob du dich subjektiv einem Leben im englischen professionellen Sprachraum gewappnet fühlst. 

Glaubst du, dass du deine Arbeit bestmöglich verrichtest, deine Ideen ideal formulierst und deine Persönlichkeit authentisch kommunizierst, wenn das ganze auf Englisch tust?

Es ist eine Sache, wenn du deine alten Mitschüler von der Realschule mit deiner Weltlichkeit beeindruckst. 

Aber zieht das auch bei deiner zukünftigen Kundengruppe, die im englischsprachigen Markt den direkten Vergleich zwischen dir und deinen Konkurrenz, die ausschließlich aus Muttersprachlern besteht, ziehen kann?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sogar wenn wir uns einbilden, einen kaum hörbaren Akzept zu haben, es immer jemanden gibt, der mit einem großen Lächeln auf den Lippen nach deinem Good morning verkündest, dass du doch garantiert Deutscher bist. Just saying.

Eine weitere Frage, die wir uns im Bezug auf unsere große Sprachentscheidung stellen können ist folgende. In welcher Gemeinschaft, existiere sie auch nur im Internet, kannst du dir vorstellen, dich anzusiedeln?

Willst du Teil der Welt der internationalen Shopping-Tipps-Welt auf Youtube werden (um dir auch kostenlose Samples von großen Firmen zu garantieren)? Wir erinnern uns, dass dir in dieser Welt noch nicht einmal dein Ostdeutscher-Akzent mehr schaden kann.

Oder bist du komplett zufrieden damit, wenn du nur der deutschsprachigen Welt von Miniatureisenbahnliebhabern durch deinen leidenschaftlichen Podcast das Leben versüßt? (In welchem Land gibt sonst auch Miniatureisenbahnliebhaber?)

Die Frage ist also wie so oft eine Langfristige. Mit welcher Gruppe von Menschen willst du dich eher über einen längere Zeitraum austauchen? Was wird dir leichter fallen? In welchem sprachlichen Segment könntest du dir eher vorstellen, eine Zusammenarbeit zu starten. 

Letzteres ist natürlich besonders bei solchen Projekten wie Blogs, Podcasts, Youtubern von Relevanz. 

Kannst du dich wirklich an den Rauen Ton der amerikanischen Selbsthilfe-Redner gewöhnen, oder bleibst du doch lieber bei den Deutschen, die Wörter wie Selbstliebe und Glaubenssätze mit einem gewissen Enthusiasmus zu kommunizieren vermögen, der nur bei Jemanden auftritt, der eigentlich nicht wirklich weiß, was er da gerade von Tony Robbins übersetzt hat.

Als dies sind Fragen, die wir nur im Dialog mit unserem Inneren beantworten können.

Marktpotenzial

Im Bezug auf das Potential des Marktes an sich müssten wir uns in den meisten Feldern keine Sorgen machen. Geradezu Alles, was international auf dem Markt herumschwirrt, reproduzieren wir auch lokal in Deutschland, wie unser Überfluss an Instagram-Erfolgstrainern deutlich zeigt. 

Nur bei sehr wenigen Interessensgebieten, die sich in extremen Nischen ausdrücken, gibt es Ausnahmen. Wenn du unbedingt ein Buch darüber schreiben willst, wie man den am besten den Big Foot aufspürt, dann hältst du dich wohlmöglich besser an den amerikanischen Markt.

Was Andere Von Dir Denken

Was ist mit deiner Familie und deinen Alten Mitschülern? Diese Frage wird proportional dazu relevant, wie oberflächlich und oder verbrecherisch deine Aktivitäten im Internet sind.

Was, wenn dein Onkel aus Zufall mein Geld-Verdienen-im-Schlaf Ebook kauft? 

Oder Schlimmer, was wenn dein Chef dein spirituelles Video sieht, indem du von Personen mit negativer Energie sprichst und mit den Worten ,,mein Chef zum Beispiel’’ einleitest.

Wenn du jedoch echte wertschaffende Arbeit leistest oder gute Inhalte produzierst, musst du dir um diese Sachen keine Sorgen machen.

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