#7 Über Erfolgsstatistik, Leidenschaft nachgehen und Plan B’s

Hier ist der Link zur Podcast-Folge #7.

Über den Gast der Folge:

Julian Domke, professioneller Bassist und Programmierer, einer der klügsten Menschen, die ich kenne. Wenn du mehr über Julian wissen möchtest, kannst du ihm auf Twitter oder Instagram folgen.

Learnings der Folge

Programmierer leben in einer Welt, die mehr vom Teilen und ,,Open-Source” geprägt ist als alle anderen Berufsfelder. Das liegt an der Natur des Feldes (man kann die Prozesse für die Nachwelt dokumentieren) sowie an der Möglichkeit, durch Wissen Status-Signaling zu betreiben.

Lerne deine kognitiven Verzerrungen kennen!

Menschen haben eine starke Tendenz zu möglicherweise verheerenden Denkfehlern (Hier ist eine Liste). Teil des Wachstumsprozesses ist des deswegen, sich mit der eigenen Fehleranfälligkeit bekannt zu machen.

Beispiel Julian: Er hat eine Tendenz, die statistische ,,Baserate” zu ignorieren, wenn er Entscheidungen trifft. Die statistische Baserate ist die Häufigkeitsverteilung, die am besten die Erfolgswahrscheinlichkeit in einem Lebensbereich beschreibt.

In Julians primärer Karriere, professioneller Musiker, spricht die Statistik beispielsweise sehr stark dagegen, es überhaupt zu versuchen. Sehr wenige Menschen, schaffen es, in der Musikwelt wirklich langfristig erfolgreich zu werden.

Das Problem: Jedes Mal, wenn du etwas Außerordentliches erreichen möchtest, dann spricht die Baserate gegen deinen Erfolg. Deswegen müssen wir ebenfalls lernen, die Baserate bewusst zu ignorieren.

Bei statistisch ,,unwahrscheinlichem” Erfolg ist es sinnvoll, sich in Selbstreflexion zu üben. (Bin ich wirklich gut genug? Führt mein Aufwand in die richtige Richtung?). Wenn du dir diese Fragen nicht stellst, riskierst du es, Jahre deines Lebens in die falsche Sache zu investieren.

Es gibt zu viele Musiker, sagt Julien, die jahrelang ihr Glück versuchen—ohne am Ende erfolgreich zu werden.

Du brauchst Feedback und einen Plan-B

Aber Selbstreflexion ist nicht genug. Wir brauchen auch Feedback von Anderen, die uns gut kennen. Nur diese Einschätzung von Außenseitern kann sicherstellen, dass wir nicht zu lange an einer Sache dranbleiben, die eigentlich nicht erfolgversprechend ist.

Dabei kann es sinnvoll sein, sich selber eine Deadline zu setzen.

Beispiel: Ich probiere es jetzt einfach mal ein Jahr. Wenn es dann so aussieht, als käme ich einem Erfolg näher, dann mache ich weiter. Das Ausbleiben jeglicher Erfolge jedoch Ausstieg. 

Das ist übrigens genau meine Ratio im Bezug auf den Podcast! Ich habe mir vorgenommen, mich ein Jahr lang einmal komplett darauf zu konzentrieren, im Internet etwas zu erschaffen. Meine besten Freunde wissen alle Bescheid. Nächsten Januar setze ich mich hin und evaluiere. Dann ziehe ich natürlich auch das externe Feedback meiner Freunde bei der Entscheidung in Betracht.

Bei ,,Passion-Projekten” benötigt man nicht unbedingt einen Plan B.

Da die Tätigkeit an sich Teil der Belohnung darstellt, müssen wir uns keine Gedanken darüber machen, nicht genug für unseren Arbeitsaufwand zurückzubekommen. Wenn wir wirklich Leidenschaft für etwas haben, dann kann man einfach mal darauf Hoffen, dass es etwas wird.

Leidenschaft vs. Zweckrationale Arbeit

Anders ist es jedoch bei einer zweckrationalen Unternehmung, d.h. wenn du etwas nur für das Geld machst.

Wenn diese nicht zielführend ist, dann erhältst du am Ende keinerlei positiven Benefit. Deswegen ist es wichtig, ein klares Endziel im Kopf zu haben. Dann kannst du ggf. aussteigen kann, wenn sich der eigene Aufwand als zwecklos herausstellt. 

Was, wenn du in 5 Jahren sterben würdest?

Was würden wir tun, wenn wir wüssten, dass wir in nächster Zeit sterben werden?

Entweder wäre da absoluter Hedonismus oder vielleicht gerade die Suche nach noch mehr sinnvoller Arbeit. Auf jeden Fall wären wir geduldiger im Bezug auf unseren eigenen Prozess und würden uns selbst nicht so gnadenlos antreiben.

Es ist okay, mit einer Leidenschaft aufzuhören

Wenn du entscheidest, eine schwierige Linie, die du aus Leidenschaft begonnen hast, nicht weiter zu verfolgen, dann ist das okay. Du bist kein Loser, wenn du bewusst entscheidest, auszusteigen, besonders wenn deine Erfolgschancen gegen Null gehen.

Selbsteinschätzung ist der Schlüssel. 

Erwähnte Bücher:

  • Schnelles Denken, Langsames Denken – Daniel Kahneman (https://amzn.to/2LNjyJI). Pflichtlektüre. In diesem Buch lernst du alles über deine kognitive Verzerrungen, was du wissen musst.
  • Die Originalversion auf Englisch (https://amzn.to/2Lz1mU7)
  • The E-Myth Revisited: Why Most Small Businesses Don’t Work and What to Do About It – Michael E. Gerber (https://amzn.to/2KdmVsL). Sehr empfehlenswert für jeden, der ein Unternehmen gründen möchte.
  • Selbstbetrachtungen – Marc Aurel (https://amzn.to/3sqod53)

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